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Eigenkapitalrendite bei Immobilien berechnen

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Immobilien Rechner

Redaktion

calendar_todayMai 2026
schedule8 min

Was dein eingesetztes Kapital wirklich bringt: EK-Rendite vs. Objektrendite, Leverage-Effekt und steuerliche Auswirkungen mit konkretem Rechenbeispiel.

Eigenkapitalrendite bei Immobilien berechnen

Kurzantwort

Wie berechnet man die Eigenkapitalrendite bei Immobilien?

Eigenkapitalrendite = (Nettomieteinnahmen − Darlehenszinsen) ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100. Bei 9.000 € Nettomiete, 5.700 € Zinsen und 50.000 € EK ergibt das 6,6 %. Die EK-Rendite ist durch den Leverage-Effekt höher als die Objektrendite — sofern der Zinssatz unter der Nettomietrendite liegt.

  • →Formel: (Nettomiete − Zinsen) ÷ Eigenkapital × 100
  • →Ziel: EK-Rendite ≥ 6–7 % (besser als ETF-Alternative)
  • →Positiver Leverage: EK-Rendite > Objektrendite
  • →Tilgung erhöht EK-Substanz, aber nicht die laufende Rendite

Die Nettomietrendite sagt dir, wie gut das Objekt als Ganzes performt. Die Eigenkapitalrendite sagt dir, was dein Geld bringt — nach Abzug der Finanzierungskosten und bezogen nur auf das, was du selbst eingesetzt hast. Das ist die entscheidende Kennzahl für jeden Investor, der mit Fremdkapital arbeitet.

Inhalt

  1. 1. Formel und Bestandteile
  2. 2. Vollständiges Rechenbeispiel
  3. 3. EK-Rendite vs. Objektrendite: der Unterschied
  4. 4. Steuerliche Auswirkung
  5. 5. Tilgung und Gesamtrendite (IRR)
  6. 6. Was ist eine gute EK-Rendite?

1. Formel und Bestandteile

Eigenkapitalrendite (laufend)

EK-Rendite = (Nettomieteinnahmen − Darlehenszinsen) ÷ EK × 100

Nettomieteinnahmen
Kaltmiete × 12 minus Hausgeld, Instandhaltung, Verwaltung, Leerstand
Darlehenszinsen
Jährliche Zinszahlungen (nicht Tilgung!) aus dem Annuitätendarlehen
Eigenkapital
Anzahlung + Kaufnebenkosten, die du aus eigener Tasche zahlst

Wichtig: In diese Formel fließt die Tilgung nicht als Kosten ein. Tilgung ist kein Verlust — sie baut dein Eigenkapital (Substanz) auf. Sie fehlt aber auch nicht als Einnahme. Die laufende EK-Rendite betrachtet nur den Cashflow-Überschuss nach Zinsen.

2. Vollständiges Rechenbeispiel

Wohnung in Hannover: Kaufpreis 220.000 €, Kaufnebenkosten 10 % = 22.000 €, Gesamtinvestition 242.000 €. Finanzierung: 80 % FK = 176.000 € zu 3,9 % Zinsen, 2 % Tilgung. EK = 66.000 € (Anzahlung 44.000 € + Nebenkosten 22.000 €).

PositionJahresbetragMonatlich
Kaltmiete (850 €/Monat)+10.200 €+850 €
− Hausgeld (nicht umlagefähig, ca. 150 €)−1.800 €−150 €
− Instandhaltungsrücklage (8 €/m², 65 m²)−520 €−43 €
− Leerstand (2 %)−204 €−17 €
= Nettomieteinnahmen7.676 €640 €
− Darlehenszinsen (176.000 € × 3,9 %)−6.864 €−572 €
= Jahresüberschuss (vor Tilgung)812 €+68 €

EK-Rendite berechnen

812 € ÷ 66.000 € × 100 = 1,23 % EK-Rendite

Das klingt wenig — und ist es auch auf dem Papier. Aber: Die Tilgung (176.000 × 2 % = 3.520 €/Jahr) baut gleichzeitig Eigenkapital auf. Die vollständige Gesamtrendite inkl. Tilgungseffekt und Wertsteigerung ergibt sich erst durch die IRR-Berechnung.

3. EK-Rendite vs. Objektrendite: der Unterschied

Die Nettomietrendite (Objektrendite) berechnet sich ohne Finanzierung: 7.676 € ÷ 242.000 € = 3,17 %. Die EK-Rendite ist in diesem Beispiel niedriger (1,23 %) — das bedeutet: negativer Leverage. Der Zinssatz (3,9 %) liegt über der Objektrendite (3,17 %), was dazu führt, dass Fremdkapital die EK-Rendite drückt.

Für ein positives Leverage-Bild bräuchte dieses Objekt entweder eine höhere Mietrendite oder einen niedrigeren Zinssatz. Das Hannover-Beispiel ist typisch für ein B-Lage-Objekt im aktuellen Zinsumfeld — die Rendite allein trägt die Finanzierung kaum, der Wert liegt im Tilgungseffekt und der langfristigen Wertsteigerung.

KennzahlHannover-BeispielWas sie zeigt
Bruttomietrendite4,64 %Rohertrag ohne Kosten
Nettomietrendite (Objektrendite)3,17 %Ertrag nach Bewirtschaftungskosten
EK-Rendite (laufend)1,23 %Cashflow-Überschuss auf eingesetztes EK
IRR (10 Jahre, 1,5 % Wertsteigerung)ca. 5–6 %Gesamtrendite inkl. Tilgung + Wertzuwachs

4. Steuerliche Auswirkung

Bei vermieteten Immobilien verbessern Steuervorteile die EK-Rendite erheblich. Im Hannover-Beispiel bei 42 % Grenzsteuersatz:

  • Darlehenszinsen 6.864 € → Steuerersparnis 2.883 €
  • AfA (2 % von 176.000 € Gebäudewert) = 3.520 € → Steuerersparnis 1.478 €
  • Weitere Werbungskosten (Hausgeld, Verwaltung etc.) → ca. 500–800 € Steuerersparnis
  • Gesamte Steuerersparnis: ca. 4.861–5.161 € im ersten Jahr

Die steuerlich bereinigte EK-Rendite steigt erheblich: (812 € + 4.861 € Steuerersparnis) = 5.673 €. EK-Rendite nach Steuer: 5.673 ÷ 66.000 × 100 = 8,6 %. Das ist ein deutlich anderes Bild als die 1,23 % vor Steuer — und erklärt, warum hochversteuerte Gutverdiener trotz negativem Cashflow in Immobilien investieren.

Hinweis: Die Steuerbetrachtung vereinfacht die Realität — tatsächlich hängt der genaue Effekt von deinem Gesamteinkommen, anderen Einkünften und dem geltenden Grenzsteuersatz ab. Besprich die Zahlen mit einem Steuerberater für Immobilien.

5. Tilgung und Gesamtrendite (IRR)

Die laufende EK-Rendite ist eine Momentaufnahme. Sie zeigt nicht das vollständige Bild, weil sie zwei wichtige Wertkomponenten ignoriert:

  • Tilgung: Jährlich 3.520 € (2 % von 176.000 €) werden aus der Miete getilgt. Das ist kein Cashflow für dich, aber es erhöht deine Netto-Eigentumsquote am Objekt.
  • Wertsteigerung: Bei 1,5 % jährlicher Wertsteigerung wächst das 242.000-€-Objekt in 10 Jahren auf ca. 281.000 € — ein Zuwachs von 39.000 €, der sich voll auf dein EK auswirkt (Schulden sind fix).

Der IRR (Internal Rate of Return) ist die einzige Kennzahl, die alle Kapitalflüsse — Anfangsinvestition, monatlichen Cashflow, Tilgungseffekt, Steuerersparnis und Verkaufserlös — zu einer einzigen Jahresrendite zusammenführt. Für das Hannover-Beispiel liegt der IRR über 10 Jahre bei ca. 5–6 % p.a., was deutlich attraktiver ist als die laufende EK-Rendite von 1,23 % suggeriert.

IRR und EK-Rendite berechnen

Berechne die vollständige Rendite deines Objekts — laufender Cashflow, Tilgungseffekt und IRR über die gesamte Haltedauer.

Cashflow & EK-Rendite →IRR berechnen →

6. Was ist eine gute Eigenkapitalrendite?

EK-Rendite (laufend)BewertungKontext
< 0 %Negativer CashflowNur vertretbar bei starker Wertsteigerung und Steuereffekt
0–3 %Schwache RenditeSteuervorteil und Tilgung müssen die Lücke schließen
3–6 %SolideTypisch B-Lage bei aktuellen Zinsen — akzeptabel
6–9 %GutPositiver Leverage, rentables Investment
> 9 %Sehr gutC-Lagen mit hohem Fremdkapitalhebel — Risiken prüfen

Fazit

Die Eigenkapitalrendite ist aussagekräftiger als die Bruttomietrendite, weil sie die Finanzierungsstruktur berücksichtigt. Aber sie ist trotzdem nur eine Momentaufnahme. Die vollständige Renditebeurteilung erfordert immer eine IRR-Berechnung über die geplante Haltedauer — inkl. Tilgungseffekt, Steuervorteil und realistischer Wertsteigerungsannahme. Nutze die laufende EK-Rendite als Einstiegsfilter, den IRR als finale Entscheidungsgrundlage.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Eigenkapitalrendite bei Immobilien?

(Nettomieteinnahmen − Darlehenszinsen) ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100. Nettomieteinnahmen = Kaltmiete minus Hausgeld, Instandhaltung und Leerstand. Eigenkapital = Anzahlung + Kaufnebenkosten.

Was ist der Unterschied zwischen EK-Rendite und Objektrendite?

Die Objektrendite (Nettomietrendite) bezieht sich auf den Gesamtkaufpreis ohne Finanzierungsbetrachtung. Die EK-Rendite bezieht sich auf das eingesetzte EK und berücksichtigt den Leverage-Effekt.

Was ist eine gute Eigenkapitalrendite?

Über 6 % ist gut, über 8 % sehr gut. Vergleichsmaßstab: MSCI World ETF ca. 7–8 % p.a. brutto. Immobilien sollten mindestens 6 % laufende EK-Rendite liefern, um Illiquidität und Verwaltungsaufwand zu rechtfertigen.

Beeinflusst Tilgung die EK-Rendite?

Nein direkt — Tilgung ist kein Ertrag, sondern Schuldenabbau. Sie erhöht aber die Eigenkapitalsubstanz. Der vollständige Effekt zeigt sich erst im IRR.

Wie wirken sich Steuern auf die EK-Rendite aus?

Bei Vermietung sind Zinsen, AfA und Werbungskosten absetzbar. Das erhöht die EK-Rendite nach Steuer deutlich — bei 42 % Steuersatz können es 4.000–6.000 € Steuerersparnis pro Jahr sein.

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