Bruttomietrendite
Die Bruttomietrendite gibt an, wie viel Prozent der Jahresmieteinnahmen im Verhältnis zum Kaufpreis einer Immobilie stehen — ohne Abzug von Kosten.
Definition
Die Bruttomietrendite ist eine einfache Kennzahl für Immobilieninvestoren, um schnell die Rentabilität einer Immobilie einzuschätzen. Sie berechnet sich aus den jährlichen Kaltmieteinnahmen geteilt durch den Kaufpreis, multipliziert mit 100. Da Betriebskosten, Hausgeld und Finanzierungskosten nicht berücksichtigt werden, ist sie nur ein erster Anhaltspunkt.
Formel
- Jahreskaltmiete:
- Monatliche Kaltmiete × 12
- Kaufpreis:
- Gesamtkaufpreis der Immobilie (ohne Nebenkosten)
Berechnungsbeispiel
Wohnung für 200.000 €, monatliche Kaltmiete 800 €. Jahreskaltmiete: 9.600 €.
Bruttomietrendite = (9.600 / 200.000) × 100 = 4,8 %
Was du als Investor wissen solltest
Die Bruttomietrendite eignet sich für einen schnellen Vergleich mehrerer Objekte. Experten empfehlen als Faustregel: Unter 4 % ist eine Kapitalanlage in den meisten deutschen Märkten schwierig zu rechtfertigen; ab 5 % lohnt sich eine genauere Prüfung; ab 6–7 % in guten Lagen ist die Immobilie potenziell sehr rentabel. In A-Lagen wie München oder Frankfurt liegen Bruttomietrenditen typischerweise nur bei 2–3 %, weshalb viele Investoren auf B- und C-Lagen ausweichen.
Bedeutung für Kapitalanleger
Mit der Bruttomietrendite kannst du innerhalb von Sekunden einschätzen, ob ein Angebot grundsätzlich interessant ist. Sie ersetzt keine vollständige Cashflow-Analyse, ist aber der richtige erste Schritt.