Nettomietrendite
Die Nettomietrendite berücksichtigt alle laufenden Kosten einer Immobilie und liefert damit ein realistischeres Bild der tatsächlichen Rendite als die Bruttomietrendite.
Definition
Die Nettomietrendite zieht von den Jahresmieteinnahmen alle nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten ab — Hausgeld, Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklage und Mietausfall-Risiko. Das Ergebnis wird durch den Gesamtkaufpreis inklusive Kaufnebenkosten geteilt. Sie ist aussagekräftiger als die Bruttomietrendite, weil sie die tatsächliche Belastung des Investors widerspiegelt.
Formel
- Bewirtschaftungskosten:
- Hausgeld, Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfall ca. 20–30 % der Bruttomiete
- Nebenkosten:
- Grunderwerbsteuer, Notar, Makler — typisch 10–15 % des Kaufpreises
Berechnungsbeispiel
Kaufpreis 200.000 €, Nebenkosten 24.000 € (12 %), Jahreskaltmiete 9.600 €, Bewirtschaftungskosten 2.000 €/Jahr.
Nettomietrendite = ((9.600 − 2.000) / (200.000 + 24.000)) × 100 = 7.600 / 224.000 × 100 ≈ 3,4 %
Was du als Investor wissen solltest
Die Nettomietrendite liegt typischerweise 1–2 Prozentpunkte unter der Bruttomietrendite. Eine Nettomietrendite von 3,5 % kann bei günstiger Finanzierung und Wertsteigerungspotenzial noch attraktiv sein. Als Faustregel: Wenn die Nettomietrendite die Finanzierungskosten (Zinssatz) übersteigt, ist der Cashflow positiv.
Bedeutung für Kapitalanleger
Verwende die Nettomietrendite für den detaillierten Objektvergleich. Sie zeigt dir, ob das Investment nach laufenden Kosten noch rentabel ist — bevor du dich mit Finanzierung und Steuern beschäftigst.