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Mietrendite berechnen: Formel, Beispiel & kostenloser Rechner (2026)

Die Mietrendite ist die wichtigste Kennzahl beim ersten Blick auf eine Immobilie als Kapitalanlage. Sie sagt dir, wie viel Prozent des eingesetzten Kapitals du jährlich als Mieteinnahmen zurückbekommst. Aber es gibt zwei Varianten — Brutto und Netto — und viele Investoren verwechseln sie oder rechnen sie falsch. Dieser Ratgeber erklärt beide Formeln, zeigt dir konkrete Rechenbeispiele und gibt dir die Richtwerte, die du für eine fundierte Kaufentscheidung brauchst.

Kurzantwort

Wie berechne ich die Mietrendite?

Bruttomietrendite = (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100. Nettomietrendite = ((Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100. Typisch liegt die Nettomietrendite 1–2 Prozentpunkte unter der Bruttomietrendite.

  • →Bruttomietrendite: schnelle Kennzahl für den Erstvergleich
  • →Nettomietrendite: realistischer nach Kosten und Kaufnebenkosten
  • →Kaufpreisfaktor = Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete (Kehrwert der Bruttomietrendite)
  • →Richtwert 2026: unter 3% = kritisch, 4–5% = solide (B-Lage), über 6% = möglich in C/D-Lagen

Bruttomietrendite: Formel und Rechenbeispiel

Die Bruttomietrendite ist die einfachste Form der Mietrendite. Sie berücksichtigt ausschließlich die Jahreskaltmiete und den Kaufpreis — ohne Kosten, ohne Kaufnebenkosten.

Formel Bruttomietrendite
(Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100
Rechenbeispiel:
Kaufpreis der Wohnung200.000 €
Kaltmiete monatlich700 €
Jahreskaltmiete (× 12)8.400 €
Bruttomietrendite(8.400 ÷ 200.000) × 100 = 4,2%

Die Bruttomietrendite eignet sich perfekt für den schnellen Vergleich mehrerer Objekte. Wenn du 20 Exposés prüfst, willst du nicht jedes Mal alle Kosten durchrechnen — die Bruttomietrendite gibt dir in Sekunden einen ersten Eindruck, ob das Objekt überhaupt interessant ist.

Wichtig: Makler und Verkäufer nennen fast immer die Bruttomietrendite — und zwar bezogen auf den Kaufpreis ohne Nebenkosten. Das klingt besser als es ist. Für eine echte Kaufentscheidung brauchst du die Nettomietrendite.

Nettomietrendite: Formel mit allen Kosten

Die Nettomietrendite ist ehrlicher. Sie zieht die nicht auf den Mieter umlegbaren Kosten von der Miete ab und addiert die Kaufnebenkosten zum Kaufpreis. Das Ergebnis zeigt dir, was nach allen Kosten wirklich übrig bleibt.

Formel Nettomietrendite
((Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100
Rechenbeispiel (gleiche Wohnung wie oben):
Jahreskaltmiete8.400 €
− Nicht umlegbares Hausgeld (2 €/m²/Mon. × 60 m²)−1.440 €
− Mietausfallwagnis (2% der Jahreskaltmiete)−168 €
Nettomieteinnahmen6.792 €
Kaufpreis200.000 €
+ Kaufnebenkosten (ca. 12 %: GrESt, Notar, Makler)+24.000 €
Gesamtinvestition224.000 €
Nettomietrendite(6.792 ÷ 224.000) × 100 = 3,03%

Im Beispiel sinkt die Rendite von 4,2% (brutto) auf 3,0% (netto) — ein Unterschied von 1,2 Prozentpunkten. Das ist typisch. Rechne bei deiner Analyse immer mit diesem Abstand, damit dich keine bösen Überraschungen erwarten.

Was sind nicht umlegbare Kosten? Das Hausgeld einer Eigentumswohnung enthält zwei Teile: umlegbare Betriebskosten (Heizung, Wasser, Gebäudeversicherung — bezahlt der Mieter) und nicht umlegbare Kosten (Verwaltungsgebühr, Instandhaltungsrücklage, Kontoführung — trägst du als Eigentümer). Typisch sind 2–4 €/m²/Monat nicht umlegbar.

Mietrendite jetzt berechnen

Trage Kaufpreis und Kaltmiete ein — der Rechner ermittelt sofort Brutto- und Nettomietrendite sowie den Kaufpreisfaktor.

Renditerechner

Brutto- und Nettomietrendite berechnen

Grunderwerbsteuer, Notar, Makler etc.

Verwaltung, Instandhaltung, Leerstand etc.

Bruttomietrendite
—
Jahresmiete ÷ Kaufpreis × 100
Nettomietrendite
—
(Jahresmiete − Kosten) ÷ Gesamtinvestition × 100
Mietmultiplikator
—
Kaufpreis ÷ Jahresmiete (auch: Vervielfältiger)

Für eine vollständige Analyse inkl. Cashflow, Tilgungsplan und IRR: Zum Cashflow-Rechner →

Kaufpreisfaktor: die Kurzformel für schnelle Entscheidungen

Der Kaufpreisfaktor (auch Mietpreismultiplikator genannt) ist der Kehrwert der Bruttomietrendite und zeigt, in wie vielen Jahren du den Kaufpreis allein durch Mieteinnahmen zurückverdienen würdest — ohne Zinsen und Kosten.

Formel Kaufpreisfaktor
Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete
Beispiel: 200.000 € ÷ 8.400 € = Faktor 23,8

Der Kaufpreisfaktor und die Bruttomietrendite sagen dasselbe — nur in verschiedener Sprache. Erfahrene Investoren nutzen meist den Faktor für das schnelle mentale Kalkül: „Unter 20 kaufe ich, über 30 wird es schwierig."

KaufpreisfaktorBruttomietrenditeEinschätzung
Unter 15×über 6,7%Sehr günstig — C/D-Lage, prüfe Risiken
15–20×5,0–6,7%Günstig — B/C-Lage, Cashflow möglich
20–25×4,0–5,0%Solide — B-Lage, neutraler Cashflow
25–30×3,3–4,0%Teuer — A/B-Lage, negativer Cashflow wahrscheinlich
Über 30×unter 3,3%Sehr teuer — nur mit starker Wertsteigerung interessant

Richtwerte 2026. Einzelobjekte können erheblich abweichen.

Brutto vs. Netto: Wann welche Kennzahl verwenden?

KennzahlVorteileNachteileWofür geeignet
BruttomietrenditeSchnell berechenbar, wenig DatenbedarfIgnoriert alle Kosten und NebenkostenErstvergleich von Objekten
NettomietrenditeRealistische Rendite nach KostenMehr Datenbedarf, ohne FinanzierungseffektFundierte Kaufentscheidung
IRRBerücksichtigt Wertsteigerung, Tilgung, SteuerKomplex, braucht viele AnnahmenGesamtrendite über Haltedauer

In der Praxis verwendest du alle drei: Bruttomietrendite als Filter im ersten Schritt, Nettomietrendite für die ernsthafte Prüfung, und den IRR für die finale Investitionsentscheidung.

Gute vs. schlechte Mietrendite: Richtwerte 2026

Was eine „gute" Mietrendite ist, hängt immer von deiner Strategie, deinem Finanzierungszins und dem Markt ab. Als allgemeine Orientierung für 2026:

  • ✗
    Unter 3% Bruttomietrendite: Bei einem Zinssatz von 3,5–4% ist ein positiver Cashflow rechnerisch nicht möglich. Das Investment lebt ausschließlich von der Wertsteigerung — ein erhebliches Wettrisiko.
  • ~
    3–4% Bruttomietrendite: Typisch für A-Lagen. Negativer Cashflow ist die Norm, aber bei stabiler Wertsteigerung kann der IRR trotzdem attraktiv sein. Geeignet für Investoren mit hohem Eigenkapital oder strategischem Lage-Fokus.
  • ✓
    4–5,5% Bruttomietrendite: Das Ziel für die meisten Kapitalanleger. Neutraler bis leicht positiver Cashflow ist möglich. Typisch in B-Städten wie Leipzig, Hannover, Nürnberg oder Dresden. Gutes Verhältnis aus Cashflow und Wertsteigerungspotenzial.
  • !
    Über 6% Bruttomietrendite: Möglich in C/D-Lagen. Positiver Cashflow bei normaler Finanzierung. Aber: höheres Leerstandsrisiko, geringeres Wertsteigerungspotenzial, strukturell schwächere Märkte. Gründliche Standortanalyse ist Pflicht.

Die 3 häufigsten Fehler bei der Renditeberechnung

Fehler 1: Kaufnebenkosten vergessen

Wer die Mietrendite auf den Kaufpreis ohne Kaufnebenkosten rechnet, überschätzt die Rendite um rund 1 Prozentpunkt. Bei einem Kaufpreis von 200.000 € und 12% Nebenkosten musst du 224.000 € als Gesamtinvestition ansetzen — nicht 200.000 €.

Fehler 2: Gesamtes Hausgeld als Einnahme rechnen

Das Hausgeld enthält einen umlegbaren Teil (zahlt der Mieter) und einen nicht umlegbaren Teil (trägst du). Wer nur die Nettokaltmiete als Einnahme hat, aber das komplette Hausgeld des Mieters als „Einnahme" wertet, überschätzt die tatsächlichen Mittel erheblich. Nur die Kaltmiete zählt als deine Einnahme.

Fehler 3: Soll-Miete statt tatsächlicher Miete

Manche Exposés werben mit der theoretisch erzielbaren Marktmiete — nicht mit der tatsächlich vereinbarten. Bei einer bewohnten Wohnung mit laufendem Mietvertrag ist ausschließlich die vertraglich vereinbarte Kaltmiete relevant. Erst nach einer Mieterhöhung oder einem Mieterwechsel gilt ggf. die Marktmiete.

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Kaufpreis, Kaltmiete und Nebenkosten eingeben — sofort Brutto- und Nettomietrendite sowie Kaufpreisfaktor.
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Häufige Fragen zur Mietrendite

Wie berechne ich die Mietrendite einer Immobilie?+

Bruttomietrendite: (Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis) × 100. Nettomietrendite: ((Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100. Die Nettomietrendite liegt typisch 1–2 Prozentpunkte unter der Bruttomietrendite.

Was ist eine gute Mietrendite bei Immobilien?+

Als Richtwert gilt: Unter 3% ist ein positiver Cashflow kaum möglich. 4–5% ist solide für B-Lagen wie Leipzig oder Hannover. Über 6% ist möglich in C/D-Lagen — mit entsprechend höherem Risiko.

Was ist der Kaufpreisfaktor und wie hängt er mit der Mietrendite zusammen?+

Der Kaufpreisfaktor ist der Kehrwert der Bruttomietrendite: Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete. Faktor 20 = 5% Bruttomietrendite, Faktor 25 = 4%. Je niedriger der Faktor, desto höher die Rendite.

Kann ich die Mietrendite erhöhen, ohne den Preis zu senken?+

Ja — durch Mieterhöhung auf Marktniveau (bei Neuvermietung oder nach § 558 BGB), durch Reduzierung nicht umlegbarer Kosten (günstigere Hausverwaltung, geringeres Hausgeld) oder durch Aufteilung und Modernisierung zur Wertsteigerung der Miete.

Ist die Mietrendite oder der IRR wichtiger?+

Für die erste Einschätzung ist die Mietrendite schneller. Für die finale Kaufentscheidung ist der IRR entscheidender, weil er Wertsteigerung, Tilgungseffekt, Steuerersparnis und den steuerfreien Verkauf nach 10 Jahren berücksichtigt. Beide Kennzahlen ergänzen sich.

Rendite Rechner →
Brutto- & Nettomietrendite berechnen
Bruttomietrendite Rechner →
Schnellrechner für den Erstvergleich
Lexikon: Kaufpreisfaktor →
Definition, Formel & Richtwerte
Welche Rendite ist realistisch? →
Richtwerte 2026 nach A/B/C-Lage
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