Restschuld
Die Restschuld ist der noch ausstehende Kreditbetrag nach einer bestimmten Laufzeit — entscheidend für die Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung.
Definition
Die Restschuld ergibt sich aus dem ursprünglichen Darlehensbetrag minus der bisher getilgten Summe. Am Ende der Zinsbindung ist die Restschuld die Grundlage für die Anschlussfinanzierung. Bei niedrigen Anfangstilgungen (1 %) ist die Restschuld nach 10 Jahren noch sehr hoch — ein Refinanzierungsrisiko, wenn die Zinsen bis dahin gestiegen sind.
Berechnungsbeispiel
Darlehen 200.000 €, Anfangstilgung 2 %, Zinssatz 3,5 %, Laufzeit 10 Jahre.
Restschuld nach 10 Jahren ≈ 168.000 € (ca. 84 % des Ursprungsdarlehens tilgt sich nicht durch die niedrige Tilgung)
Was du als Investor wissen solltest
Das Refinanzierungsrisiko ist real: Wer 2013 mit 2 % Zinsen finanziert hat und 2023 refinanzieren musste, zahlte plötzlich 4–5 % auf die Restschuld. Das kann die monatliche Rate erheblich erhöhen. Gegenmaßnahmen: Longer Zinsbindung wählen, höhere Tilgung, Sondertilgungen oder Verkauf vor Ablauf der Zinsbindung.
Bedeutung für Kapitalanleger
Simuliere bei der Investitionsplanung immer das Szenario: Wie hoch ist meine Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung? Und was kostet mich die Anschlussfinanzierung bei verschiedenen Zinsniveaus (3 %, 5 %, 7 %)? Nur dann kennst du dein echtes Risiko.